Toms Welt

/gefunden/antikriegsplakate

Einfach mal weiter denken

Bei der Textzicke habe ich dieses Plakat gefunden.

What goes around - comes around

Ein Soldat in Angriffshaltung als "Werbung" gegen den IRAK-Krieg? Genau. Die Wirkung bzw. Aussage entfaltet sich aber erst, wenn man dieses Plakat auf eine Litfasssäule klebt. Die sind ja im allgemeinen rund. Naaa? Bei wem es noch nicht klick gemacht hat möge einfach auf das Bild klicken. Diese Kampagne wurde zu recht ausgezeichnet. :thumbsup:

Hier gibt's auch noch mehr noch mehr Motive.

Deutschland im Krieg

Also nicht so direkt. Das können wir ja nicht wirklich, sonst hätten wir vielleicht auch mal einen gewonnen. ;) Ja, böse, ich weiß.

Aber wir Deutschen sind zumindest Nummer 3 (nach den USA und Russland) unter den Waffenexporteuren. Also unsere Panzer und U-Boote sind sehr gefragt. Ist doch was. Es geht aufwärts. Aufschwung Krieg, oder so.

[via tutsi]

„Ich sehe keinen Sinn mehr“

Das schrieb Matthew P. Hoh, ein hochrangiger US-Diplomat an die Botschafterin Nancy Powell. In seinem Brief kündigt es seinen Posten als leitender Zivilvertreter in der Provinz Zabul und tritt vom Amt als Politischer Offizier im Diplomatischen Dienst zurück. Er sieht keinen Sinn mehr im Vorgehen der USA und der das anderen Nationen in Afghanistan. Fünf Monate war er dort stationiert und fragt sich, was das alles soll.

sind die USA wie alle ihre Vorgänger nichts weiter als Nebendarsteller in einer unendlichen Tragödie, in der Stämme, Täler, Clans, Dörfer und Familien gegeneinander aufgehetzt wurden.

Im Osten wie im Süden Afghanistans habe ich beobachtet, dass die Mehrheit der Aufständischen nicht unter dem weißen Taliban-Banner kämpft, sondern gegen die Präsenz von ausländischen Soldaten und gegen Steuern, die von einer Regierung eingefordert werden, von der sie sich überhaupt nicht vertreten fühlen.

Weiter schreibt er, dass die Anwesenheit der US-Truppen die Aufstände eher legitimiert. Es wird eine Regierung unterstützt, die das Volk ablehnt. Wenn es um die Sicherung der Region und die Schwächung der Al-Quaida ginge, wie immer vorgegeben wird, müsste eher Pakistan besetzt werden und nicht Afghanistan.

Kurz gesagt: Holt die Jungs und Mädels nach hause und lasst die Leute  das unter sich ausmachen. Zu gewinnen ist der Krieg genauso wenig wie in Vietnam.

Den ganzen Brief gibt es auf  zeit.de.

Wir haben Krieg!

Aber wir Deutschen nennen es nicht so. Wir bohren in Afghanistan Brunnen und bauen Brücken. Evtl. kommt es mal zu Kampfhandlungen. Dabei sterben auch ab und zu mal Soldaten. Shit happens. Brückenbauen ist eben gefährlich!

Bei der Bundeswehr liest es sich so:

23. Juni 2009
Um 11.59 Uhr Ortszeit (09.29 Uhr MESZ) wurde eine deutsche Patrouille im Rahmen einer gemeinsamen Operation deutscher und afghanischer Sicherheitskräfte circa sechs Kilometer südwestlich des PRT Kunduz durch Handwaffen und Panzerabwehrhandwaffen beschossen.
Im Rahmen der Gefechtshandlungen kam gegen 12.44 Uhr Ortszeit (10.14 Uhr MESZ) beim Rückwärtsfahren ein Transportpanzer Fuchs von der Fahrbahn ab und überschlug sich.
Infolge dieses Vorfalls sind drei Soldaten gefallen.

Soldaten wurden beschossen und sind gefallen. In diesem kurzen Satz sind drei Wörter die ich mit Krieg assoziiere. Für die Bundesregierung war es aber sicher nur ein Verkehrsunfall.

Michael Jäger schreibt unter anderem:

Eine Militär-Operation der afghanischen Sicherheitskräft wird unterstützt durch die ISAF Truppe der NATO. Das ist Krieg!

Das ist keine militärische Kampfhandlung! Das ist Krieg!

Recht hat er. Das ist Krieg! Also wer verrät es unserer geliebten Bundesregierung? Vielleicht sollte man mal im Bundestag einen Brunnen bohren?

[Update]

Die Frau Huber, eine Nachbarin vom Herrn Jäger, hat ihre eigene Meinung.

Die da oben, die sollen mal ihre Kinder in den Krieg da unten schicken, wo sie sagen, des iss kein Krieg, die sollen mal ihre eigenen Kinder verlieren, damit die wissen, wie des iss. Dann überlegen die sich auch nochamal, ob sie einen Krieg wollen. Also ich will keinen mehr, ich hab meinen Bruder verloren und der fehlt mir heut noch, Herr Jäger!