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x264 und Matroska

Wer schon mal Filme auf seinem PC hatte (ok, wer nicht?) hat vielleicht auch schon mal etwas von den Begriffen im Titel gehört.
Seit Jahren benutze ich für meine Serien, die ich per DVB-S-Karte aufnehme, Xvid und bin damit auch recht gut gefahren. 10 Folgen a 42 Minuten passen schon auf eine DVD. Wenn man sie auf einem normalen Fernseher ansieht, merkt man eh keinen Unterschied. Aber irgendwann kommt ja sicher ein großer Flachbildschirm ins Haus. Irgendwann...

x264 (Entwickler) ist wie DivX oder Xvid ein MPEG-4-Standard, arbeitet aber nach einer anderen Methode und ist um einiges effektiver.
Daher habe ich mir x264 mal etwas genauer angesehen. Zwar ist der Codec noch in einer frühen Entwicklungsphase, erreicht aber dennoch schon sehr beeindruckende Ergebnisse im Verhältnis Qualität/Dateigröße. Die Filme werden bei gleicher Qualität kleiner oder haben bei gleichen Dateigröße eine bessere Qualität zu bieten als mit Xvid codierte.

Ich habe das grad mal mit dem "Herr der Ringe - Spezial Extended Edition" getestet. Die ersten beiden Teile mit einer Gesamtlänge von 7:43 Stunden passen zusammen auf eine DVD. In einer Qualität, die sich vor der DVD nicht verstecken muss. Diese habe ich übrigens ganz offiziell gekauft. u1F60A.svgz
Einen Haken hat das ganze aber. x264 braucht ca. 3mal solange wie Xvid zum encodieren. Da läuft der Laptop schon mal über Nacht gute 13 Stunden durch um "Die Rückkehr des Königs" klein zu kriegen. Hier besteht eindeutig noch Verbesserungsbedarf seitens der Codec-Entwickler. Aber sie sind ja dabei. Und wenn man mehr nach Komprimierungsmöglichkeiten und gleichen Bildinhalten sucht, dauert es eben auch länger. x264 besitzt allerdings einen gut funktionierenden Qualitätsmodus. Dabei wird die Bitrate einer vorgegebenen gewünschten Qualität angepasst. Das tolle dabei, es ist nur ein Pass (Durchgang) notwendig. Die Qualität kann zwischen 0 (verlustlos) und 51 (rate mal was hier zu sehen sein soll) eingestellt werden. Ich benutze momentan die 20. Zum Vergleich habe ich mal ein paar Sekunden von Bilbos Geburtstag in verschiedenen Einstellungen encodiert. Grundsätzlich blieb alles gleich. Ich habe nur die Qualitätsstufe geändert. Im folgenden ist jeweils ein Screenshot des Ergebnisses zu sehen.

Q5 - Q15 sind nahezu gleich. Mit bloßem Auge ist kein Unterschied zu erkennen. Die Einbußen bei Q20 sind bereits zu erkennen, aber nur wenn man ganz genau hinsieht. u1F646.svgz Im Gegensatz zu Q15 kann man aber von einer halb so großen Datei ausgehen. Über Q25 würde ich persönlich nicht gehen. Auch im laufenden Film sind die Unschärfen bereits deutlich zu erkennen, aber noch nicht wirklich störend. Bei TV-Ausgabe wird der Unterschied noch kleiner.

Zum besseren Vergleich sind die "großen Ohren" noch mal mit 300% Vergrößerung.

Das ganze in Zahlen. Der Filmschnipsel war rund 36 Sekunden lang bei einer Auflösung von 720x288px, was Kinofilme im TV eben haben.

Qualität Bitrate Dateigröße
Q5 6239 Kbps 27.2 MB
Q10 4830 Kbps 21.0 MB
Q15 2049 Kbps 8.92 MB
Q20 975 Kbps 4.25 MB
Q25 507 Kbps 2.21 MB
Q30 277 Kbps 1.21 MB
Q35 156 Kbps 0.70 MB

Das andere Wort im Titel ist "Matroska".
Dabei handelt es sich um einen Container wie AVI oder OGG in dem Video- und Audiodateien gepackt werden können, die dann den Film ergeben. Matroska kann etwas mehr. Hier können auch Untertitel und Kapitellisten hinterlegt werden. Das ist grad bei Filmen mit ausländischen Szenen, und sei es elbisch u1F609.svgz , sehr praktisch. Die Untertitel und Kapitel kann man dann wie bei einer DVD auswählen. Auch ein Menü wie von bei DVDs bekannt, soll möglich sein, allerdings habe ich das noch nicht probiert.

Ich habe zumindest mit x264 und Matroska mein Video-Team für die nächste Zukunft gefunden. u1F44F.svgz


RSS-Feed 6 Kommentare

  1. Glückwunsch für den gelungenen Artikel und die geniale Wahl des besten Kontainer-Formats für AVC (h.264) Video u1F609.svgz ...

    Christian
    matroska Gründungsmitglied

  2. Patrick Patrick sagt:

    Mit welchem Programm kodierst du die Videos? Ich will derzeit auch mal alle meine Aufnahmen komprimieren und überlege grade Xvid oder x264 zu nehmen. Das Ganze wüd ich am besten per Batch mit ffmpeg machen, leider suche ich noch nach den besten Einstellungen, denn entweder es kommt Murks raus oder die Datei ist zu groß.

    • Tom Tom sagt:

      Ich benutze StaxRip und immer noch x264 im MKV-Container. Audio wird per AAC komprimiert.
      Die Einstellungen sind immer die Frage. Auch ändern sich die Ergebnisse manchmal, wenn man eine neue Version der x264.exe benutzt. Da hilft es ein 2 Minuten Video mit diversen Einstellungen mal zu testen und Qualität und Größe zu vergleichen. Für meine DVB-S Quellen reicht x264 Qualität=24 oder sogar 25 aus. Dann wird die Bildqualität gehalten und die Videogröße angepasst.

  3. Ich Ich sagt:

    Also, ich benutze nun auch schon seit fast 2 1/2 Jahren StaxRip. Zuerst kodierte ich meine (Spiel-)Filme in Xvid. Seit einem Monat nun bin ich aber endgültig bei x264 gelandet (nachdem ich die Jahre vorher x264 nur zu Testzwecken "mitlaufen" ließ).
    Als Kodiereinstellung würde ich 2-Pass empfehlen. Dazu kodiert StaxRip wie bekannt ca. 5 % des Ausgangsmaterials zur Probe. Daraus berechnet es, wie stark sich das Videomaterial komprimieren lässt. Ich wähle dann 55% als Qualitätswert. Möglich wären aber auch 60 oder 65. Höher würde ich aber nicht gehen.
    Nur so 'mal als Beispiel: Der Spielfilm "Apollo 13" mit einer Laufzeit von 134 Minuten wird damit nur 701 MB groß. Die durchschnittliche Videobitrate beläuft sich dabei auf 617 kbps. Für den Sound benutze ich OGG-Vorbis. Als Qualitätsstufe wähle ich hier "q4". Vorgegeben ist eigentlich "q2". Aber mit einer durchschnittlichen Bitrate von nur 90 kbps erschien mir das doch als sehr niedrig gewählt. Außerdem glaube ich leichte Artefakte dabei gehört zu haben. "q4" hat dann zwar auch nur 20 kbps mehr, also insgesamt 110, aber immerhin.
    Achtung! - StaxRip enthält standardmäßig noch eine alte aoTuV-Version 5.5 Beta von Vorbis. Seit mehr als einem Jahr ist aber nun schon die 5.7 Beta erhältlich. Die Binaries hierfür können von http://www.rarewares.org downgeloadet werden. Einfach die libvorbis.dll austauschen im Ordner StaxRip\Applications\BeSweet\.

    • Tom Tom sagt:

      Wie müssen aufpassen. Dein Qualitätswert (55) ist ein anderer als meiner (24). Ich benutze auch nur 1 Pass. Bei 2 pass wird doch aber der komplette Film analysiert und die Bitraten dann den Ansprüchen entsprechend verteilt. Den 5-Minuten-Test kenne ich noch aus xvid-Zeiten um einen Faktor zu erhalten ob die gewählte Bitrate für das Filmmaterial auch ausreichend ist.
      Filme auf 700 MB zu bringen ist wirklich kein Problem. Diese 21:9 Blockbuster-Streifen kriegste sogar auf 300-400. Ist ja auch kaum noch Bild zwischen den schwarzen Streifen. u1F609.svgz

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